Palimpsest: The Story of a Name
隱蹟之書:重寫自我
Über acht Jahrzehnte und vier Kontinente hinweg begibt sich Filmemacherin und Editorin Mary Stephen mit ihrem Film auf eine sehr persönliche Entdeckungsreise zu den Ursprüngen ihres englischen Nachnamens. Ausgehend von den Schmalfilmen und Tagebüchern ihres Vaters, Familienfotos, ihren eigenen Reiseaufnahmen, Fragmenten mündlicher Überlieferungen und offiziellen Archiven konstruiert Stephen eine vielschichtige, polyphone Erzählung, in der persönliche Erinnerung und kollektive Geschichte zueinander finden. Der Film bewegt sich von den Arbeiter*innen-Vierteln Hongkongs, wo die Lehrerin Hilda Yik den Arbeiter Chan Tik Fong zwischen Kleingewerbe und Hollywood-Träumen heiratet, nach Wuhan, wo der britische Intellektuelle Julian Bell, Sohn von Vanessa Bell und Neffe von Virginia Woolf, eine skandalöse Affäre mit einem renommierten, verheirateten chinesischen Schriftsteller eingeht, bis hin zu Orten wie dem australischen Outback, Montreal und Toronto, London und Cambridge, Paris und Cassis, immer auf der Suche nach unwahrscheinlichen Entdeckungen und guten Begegnung. Wie und warum wurden Hilda Yik und Chan Tik Fong zu Hilda und Henry Stephen?
Mit ihrem Film fügt Mary Stephen Bausteine eines vergessenen Mosaiks neu zusammen – und kreiert so eine Meditation über Neuanfänge und die unwiderstehliche Versuchung, die eigene Geschichte neu zu schreiben und sich selbst so (immer wieder) neu zu erfinden.
Für ihr bisheriges Werk als Filmemacherin und Editorin verleihen wir Mary Stephen den RED LOTUS LIFETIME ACHIEVEMENT AWARD 2026. Voraussichtlich wird es Mary Stephens fragile Gesundheit leider nicht erlauben, persönlich nach Wien anzureisen, daher planen wir eine Online-Gespräch mit der Künstlerin vor der Vorstellung des Films.
Deanne Wong, Executive Director des Toronto Reel Asian International Film Festivals, wird den Preis überreichen.
MARY STEPHEN
Mary Stephen ist in Hongkong geboren, in Kanada aufgewachsen und heute in Paris ansässig. Sie hat als Editorin mit dem französischen Nouvelle-Vague-Regisseur Éric Rohmer zusammengearbeitet, angefangen von The Aviator’s Wife bis hin zu seinem letzten Spielfilm The Romance of Astrea and Celadon. In den letzten 15 Jahren hat sie mit Dokumentar- und Spielfilmregisseur*innen aus verschiedenen Kontinenten zusammengearbeitet und dabei als Editorin, Drehbuchberaterin, Co-Produzentin und Mentorin fungiert. Ihre Filmografie als Regisseurin umfasst der kürzlich restaurierte experimentelle Spielfilm Shades of Silk (1978) sowie Justcoeur (1980), Vision from the Edge: Breyten Breytenback Painting the Lines (1998) und The Memory of Water (2018). Ihr neuester Film Palimpsest: The Story of a Name feierte seine Premiere beim Toronto International Film Festival 2025, die Europapremiere fand beim IDFA statt.
So. 26. Apr. 2026 | 18:15
Stadtkino
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Frankreich, Hongkong, Taiwan 2025
108 Min | arbe + schwarz/weiß | Chinesisch, Englisch und Französisch mit chinesischen und englischen Untertiteln
Regie: Mary STEPHEN
Kamera John CRESSEY, LEUNG Ming Kai Montage Mary STEPHEN Ton WU Chen-yu, TU Duu-chih Musik SUZUKI Haruyuki
Weltvertrieb 24images
Palimpsest: The Story of a Name © 24images